Deckungsbeitrag berechnen und für Preise nutzen

Wenn Sie Preise festlegen, Angebote erstellen oder Zusatzaufträge prüfen, zählt neben dem Umsatz auch, was nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Dieser Betrag heißt Deckungsbeitrag. Variable Kosten steigen mit der Zahl der verkauften Stücke oder entstehen direkt durch einen Auftrag. Fixkosten fallen in einem bestimmten Zeitraum an und ändern sich kurzfristig nicht direkt mit der verkauften Menge.

Ein positiver Deckungsbeitrag bedeutet noch keinen Gewinn. Im vereinfachten Schema bleibt ein positives Betriebsergebnis erst, wenn alle Deckungsbeiträge zusammen höher sind als die Fixkosten. So erkennen Sie, ob ein Preis oder Auftrag zur Deckung der Kosten beiträgt.

Deckungsbeitrag berechnen

Für ein einzelnes Stück gilt:

Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis je Stück − variable Kosten je Stück

Für mehrere Verkäufe rechnen Sie mit den gesamten Erlösen und Kosten:

Gesamtdeckungsbeitrag = Nettoerlös − gesamte variable Kosten

Verwenden Sie dabei in der Regel Nettowerte, also Erlöse ohne Umsatzsteuer und nach Abzug von Rabatten. Welche Kosten variabel sind, hängt vom Fall ab. Material und Fremdleistungen für einen Auftrag sind typische Beispiele. Auch Arbeitskosten zählen dazu, wenn sie direkt durch einen Auftrag entstehen. Ordnen Sie die Kosten passend zur betrachteten Menge und zum Zeitraum ein.

Gesamtdeckungsbeitrag und Betriebsergebnis

Der Gesamtdeckungsbeitrag ist der Nettoerlös abzüglich der variablen Kosten. Ziehen Sie davon die Fixkosten ab, erhalten Sie im vereinfachten Schema das Betriebsergebnis. Für ein einzelnes Stück ziehen Sie die variablen Kosten je Stück vom Nettoverkaufspreis ab. Der Gesamtdeckungsbeitrag ist daher nicht gleich dem Gewinn.

Umsatz, Deckungsbeitrag und Gewinn

Der Umsatz umfasst die Verkaufserlöse. Für sich genommen zeigt er nicht, ob die Verkäufe die Kosten decken. Ziehen Sie vom Umsatz zuerst die variablen Kosten und danach die Fixkosten ab.

Der Deckungsbeitrag ist der Nettoerlös abzüglich der variablen Kosten und zeigt, welcher Betrag zunächst zur Deckung der Fixkosten bleibt. Der Gewinn ergibt sich im vereinfachten Schema, nachdem Sie auch die Fixkosten abgezogen haben. In einer tatsächlichen Ergebnisrechnung kommen möglicherweise weitere Kosten und Abgrenzungen hinzu.

Ein hoher Stückdeckungsbeitrag reicht deshalb nicht allein als Erfolgsmaßstab. Auch Absatzmenge und Fixkosten zählen: Ein Produkt mit hohem Beitrag je Stück kann insgesamt wenig zur Kostendeckung beitragen, wenn nur wenige Stück verkauft werden.

Preise mit dem Deckungsbeitrag prüfen

Der Stückdeckungsbeitrag zeigt, wie viel vom Nettoverkaufspreis nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. So können Sie Preise vergleichen, Rabatte bewerten und sehen, welche Produkte mehr zur Deckung der Fixkosten beitragen.

Kurzfristig sollten Sie als Preisuntergrenze die variablen Kosten ansetzen. Ein höherer Nettoverkaufspreis ergibt einen positiven Stückdeckungsbeitrag. Das gibt eine erste Orientierung, reicht aber nicht für einen langfristig tragfähigen Preis: Der Deckungsbeitrag muss auch die Fixkosten decken.

Bei einer Preissenkung sollten Sie außerdem die Absatzmenge berücksichtigen. Sinkt der Stückdeckungsbeitrag, muss der Gesamtdeckungsbeitrag nicht automatisch im gleichen Maß sinken, wenn mehr Stück verkauft werden. Entscheidend ist der Vergleich des Gesamtbeitrags vor und nach der Preisänderung. Ob Kunden tatsächlich mehr kaufen, hängt von der konkreten Nachfrage ab.

Angebote und Zusatzaufträge kalkulieren

Für ein Angebot ziehen Sie vom Nettoangebotspreis alle Kosten ab, die zusätzlich durch den Auftrag entstehen. Dazu zählen neben Material und Fremdleistungen zum Beispiel Fracht oder Provisionen. Prüfen Sie auch, ob Arbeitskosten direkt durch den Auftrag entstehen. Ein positiver Auftragsdeckungsbeitrag trägt zu den allgemeinen Fixkosten bei, auch wenn Sie diese dem einzelnen Auftrag nicht zurechnen.

Wenn Kapazität frei ist, trägt ein Auftrag mit positivem Deckungsbeitrag kurzfristig zusätzlich zur Deckung der Fixkosten bei. Das ist eine erste Prüfung, ersetzt aber nicht die vollständige Kalkulation. Wenn Sie Auftragskosten übersehen, fällt der errechnete Beitrag zu hoch aus.

Bei einem Engpass reicht der Deckungsbeitrag je Auftrag oder Stück allein nicht aus. Vergleichen Sie dann den Beitrag pro knapper Ressource, zum Beispiel pro Fertigungsstunde. Ein Auftrag mit einem niedrigeren Gesamtbeitrag kann die verfügbare Kapazität besser nutzen. Prüfen Sie auch, ob der Zusatzauftrag andere Aufträge verdrängt, die pro Engpasseinheit mehr beitragen.

Ein negativer Deckungsbeitrag ist ein Warnsignal. Bevor Sie ein Produkt aus dem Sortiment nehmen oder einen Auftrag ablehnen, prüfen Sie jedoch, ob die angesetzten Kosten tatsächlich entfallen würden. Fixkosten, die dem Produkt zugerechnet wurden, bestehen kurzfristig oft weiter.

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